Ausstattung
Mover für den Wohnwagen: Funktion, Batterie, Nachrüsten
Von Tibor Marton, aktualisiert am
Ein Mover ist ein elektrischer Rangierantrieb, der den abgekuppelten Wohnwagen per Fernbedienung bewegt. Er lohnt sich vor allem, wenn Sie einen schweren Wohnwagen oft allein, auf engem Raum oder an Steigungen rangieren müssen.
Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Mover arbeitet, welche Rolle Batterie und Gewicht spielen und worauf Sie beim Nachrüsten achten sollten. Technische Werte nennen wir nur dort, wo sie aus Herstellerangaben stammen. Für Ihren Wohnwagen gelten immer die Anleitung des Mover-Herstellers und die Freigaben des Fahrzeugherstellers.
So funktioniert ein Mover
Ein Mover besteht aus Elektromotoren, die vor oder hinter den Rädern am Fahrgestell sitzen. Zum Rangieren werden Antriebsrollen an die Reifen angelegt und treiben den Wohnwagen über die Reifenlauffläche an. Gesteuert wird das Ganze per Fernbedienung, die Energie kommt aus einer 12-Volt-Batterie im Wohnwagen.
Unterschiede gibt es vor allem beim Anlegen der Rollen:
- Manuell: Die Rollen werden mit einer Kurbel oder einem Hebel an die Reifen geschwenkt
- Halbautomatisch: Ein Teil des Vorgangs läuft elektrisch, ein Teil von Hand – was genau, unterscheidet sich je nach Hersteller
- Vollautomatisch: Anlegen und Lösen erfolgen elektrisch per Fernbedienung, etwa beim Truma Mover XT laut Hersteller
Für Tandemachser gibt es eigene Systeme, oft mit Antrieb an beiden Achsen. Achten Sie darauf, dass das System ausdrücklich für Ihren Achstyp und Ihre Gesamtmasse freigegeben ist.
Wann sich ein Mover lohnt
Ob sich der Aufwand lohnt, hängt weniger vom Wohnwagen als von Ihren Plätzen ab. Typische Gründe für einen Mover sind:
- Der Wohnwagen ist zu schwer, um ihn von Hand zu schieben, oder Sie sind häufig allein unterwegs
- Der Stellplatz zu Hause ist eng, verwinkelt oder hat eine Steigung
- Auf Campingplätzen müssen Sie in enge Parzellen, in die das Zugfahrzeug nicht hineinkommt
- Rückwärtsfahren mit dem Gespann fällt Ihnen schwer
Prüfen Sie die Herstellerangaben zur Steigfähigkeit: Truma gibt für den Mover XT zum Beispiel 13 Prozent Steigung bei 2.300 kg an. Liegt Ihr Stellplatz steiler oder ist der Untergrund weich, kann ein stärkeres System nötig sein. Zu den Kosten nennen wir keine Zahlen, weil sie von System, Einbau und Batterie abhängen; holen Sie Angebote mit Einbau ein.
Gewicht und Zuladung
Ein Mover macht den Wohnwagen schwerer. Truma nennt für den Mover XT ein Gewicht von ca. 28 kg, dazu kommen die Batterie und gegebenenfalls ein Ladegerät. Diese Masse geht von der Zuladung des Wohnwagens ab, denn die zulässige Gesamtmasse bleibt gleich.
Bei Wohnwagen, die ohnehin knapp an ihrer Gesamtmasse liegen, kann das den Ausschlag geben. Rechnen Sie vor dem Kauf nach und wiegen Sie den Wohnwagen nach dem Einbau reisefertig. Weil der Mover nah an der Achse sitzt, verändert er die Stützlast meist nur wenig; die Batterie kann sie je nach Einbauort aber verschieben. Wie Sie Stützlast und Beladung prüfen, lesen Sie im Ratgeber Stützlast und Beladung beim Wohnwagen.
Außerdem sitzen die Motoren unter dem Fahrzeug und verringern die Bodenfreiheit. Bei hohen Bordsteinen, Rampen oder Fähren sollten Sie das im Blick behalten.
Die Batterie für den Mover
Ein Mover braucht kurzzeitig hohe Ströme. Truma gibt für den Mover XT eine durchschnittliche Stromaufnahme von 25 A bei 2.300 kg auf ebenem Untergrund und maximal 150 A an. Die Batterie muss diese Ströme liefern können, ohne dass die Spannung einbricht.
- Typ: Truma empfiehlt für seine Mover Gel- oder AGM-Batterien, insbesondere Rundzellenbatterien; welche Typen zugelassen sind, steht in der Anleitung Ihres Systems
- Kapazität: nach Herstellerangabe wählen; mehr Kapazität bedeutet mehr Rangierzeit, aber auch mehr Gewicht
- Laden: Das Ladegerät muss zur Batteriechemie passen; viele Wohnwagen laden über Landstrom, eine Solaranlage kann die Batterie im Stand nachladen
- Lithium-Batterien nur, wenn Mover- und Batteriehersteller den Einsatz ausdrücklich freigeben
Ein Trennschalter verhindert, dass der Mover die Batterie im Stand entlädt. Wie Sie eine Batterie mit Sonnenstrom nachladen, erklärt der Ratgeber Solaranlage und Autarkie.
Nachrüsten: Einbau und Abnahme
Laut Truma ist der Einbau bei den meisten Wohnwagenmodellen möglich; ob Ihr Fahrgestell passt, klären Sie vorab mit einem autorisierten Händler oder Servicepartner. Der Mover wird am Rahmen verschraubt, die Rollen müssen einen genau definierten Abstand zu den Reifen haben, und die Stromleitungen müssen für die hohen Ströme ausgelegt sein.
- Einbau durch eine Fachwerkstatt, die das System kennt; Anzugsmomente und Abstände nach Anleitung
- Klären, ob für Ihr System und Ihren Wohnwagen eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere nötig ist – die Einbauunterlagen geben darüber Auskunft
- Bei Garantie- oder Gewährleistungsfragen vorab die Zustimmung des Wohnwagenherstellers einholen
- Nach dem Einbau Abstand der Rollen und Befestigung regelmäßig kontrollieren, vor allem nach Reifenwechseln
Rangieren ohne Mover
Leichte Wohnwagen lassen sich auf ebenem, festem Boden auch von Hand bewegen. Hilfreich sind ein stabiles Stützrad, Rangiergriffe am Aufbau und eine zweite Person, die schiebt oder einweist. Fassen Sie den Wohnwagen nur an den dafür vorgesehenen Griffen an, nicht an Leuchten oder Verkleidungen.
Mit dem Zugfahrzeug gilt beim Rückwärtsfahren: Lenken Sie in die entgegengesetzte Richtung, in die der Wohnwagen fahren soll, und korrigieren Sie in kleinen Schritten. Ein Einweiser mit vereinbarten Handzeichen und ein leerer Parkplatz zum Üben helfen am Anfang mehr als jedes Zubehör.
Ihr nächster Schritt
Rechnen Sie aus, wie viel Zuladung Ihr Wohnwagen nach dem Einbau von Mover und Batterie noch hat, und klären Sie mit einem Fachbetrieb, welches System zu Achse, Fahrgestell und Stellplatz passt. Weiteres Zubehör für Anhängen und Aufstellen finden Sie im Ratgeber Zubehör für Wohnwagen-Einsteiger, Fachhändler mit Einbauservice unter Wo kaufen.
Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Mover?
Elektromotoren am Fahrgestell drücken Antriebsrollen an die Reifen und bewegen den abgekuppelten Wohnwagen per Fernbedienung. Die Energie kommt aus einer 12-Volt-Batterie im Wohnwagen. Je nach System werden die Rollen von Hand oder elektrisch angelegt.
Lohnt sich ein Mover?
Vor allem bei schweren Wohnwagen, engen oder geneigten Stellplätzen und wenn Sie oft allein rangieren. Dem steht das zusätzliche Gewicht gegenüber, das von der Zuladung abgeht. Wer einen leichten Wohnwagen auf ebenem Platz abstellt, kommt oft ohne aus.
Was kostet ein Mover mit Einbau?
Das hängt vom System, der Achszahl, dem Einbauaufwand und der Batterie ab. Holen Sie Angebote ein, die Mover, Einbau, Batterie und gegebenenfalls Ladegerät getrennt ausweisen, damit Sie vergleichen können.
Welche Batterie braucht der Mover?
Eine Batterie, die hohe Ströme liefern kann und vom Mover-Hersteller freigegeben ist. Truma empfiehlt Gel- oder AGM-Batterien; Kapazität und zulässige Typen stehen in der Anleitung Ihres Systems. Lithium-Batterien nur mit ausdrücklicher Freigabe.
Wie rangiert man einen Wohnwagen ohne Mover?
Leichte Wohnwagen können Sie auf festem, ebenem Boden mit zwei Personen an den Rangiergriffen schieben. Mit dem Zugfahrzeug lenken Sie beim Rückwärtsfahren gegen die gewünschte Richtung und korrigieren in kleinen Schritten, am besten mit Einweiser.
Passende Ausrüstung
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Vergleichen Sie die zulässige Anhängermasse und die Steigfähigkeit laut Hersteller mit Ihrem Wohnwagen und klären Sie vorab, ob das System an Ihr Fahrgestell passt.
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