Ausstattung
Rückfahrkamera, Hubstützen, Auffahrkeile: Rangieren und Stehen mit dem Wohnmobil
Von Tibor Marton, aktualisiert am
Eine Rückfahrkamera macht das Rangieren mit einem langen Wohnmobil deutlich sicherer, weil sie den toten Winkel hinter dem Fahrzeug sichtbar macht. Kabelgebundene Systeme gelten als störungsärmer, Funksysteme sind leichter nachzurüsten.
Ist das Fahrzeug eingeparkt, geht es ums Ausrichten: Mit Auffahrkeilen und einer Libelle steht das Wohnmobil waagerecht, Hubstützen machen es zusätzlich stabil. Dieser Ratgeber erklärt beides und nennt die typischen Fehlerquellen.
Kamerasysteme im Überblick
Viele neuere Wohnmobile haben ab Werk eine Rückfahrkamera oder zumindest die Vorbereitung dafür. Bei älteren Fahrzeugen oder Basisfahrzeugen ohne Kamera kommen Nachrüstsysteme zum Einsatz.
- Kabelgebundene Kamera: Das Bild wird über ein Kabel vom Heck nach vorn übertragen. Das ist zuverlässig und störungsarm, erfordert aber eine Kabelverlegung durch das ganze Fahrzeug.
- Funkkamera: Die Kamera sendet das Bild per Funk an den Monitor. Der Einbau ist einfacher, dafür können andere Funkquellen oder die Fahrzeugkarosserie das Signal stören.
- Monitor: separat auf dem Armaturenbrett, im Innenspiegel integriert oder über ein vorhandenes Radio mit Kameraeingang
- Zweite Kamera: Manche Systeme bieten eine zusätzliche Kamera für die Sicht nach hinten während der Fahrt, als Ersatz für den fehlenden Innenspiegelblick.
Achten Sie auf einen Blickwinkel, der zu Fahrzeugbreite und -länge passt, eine gute Bildqualität bei Dämmerung und eine Schutzart, die Regen und Waschanlage standhält.
Eine Kamera ersetzt nicht den Einweiser. Sie zeigt den Bereich direkt hinter dem Fahrzeug, aber weder überstehende Äste noch niedrige Dachkanten über Ihnen. Beim Rückwärtsfahren auf engen Stellplätzen hilft deshalb weiterhin eine zweite Person, die mit vereinbarten Handzeichen oder per Telefon einweist.
Rückfahrkamera nachrüsten: kabellos oder mit Kabel?
Bei langen Fahrzeugen und Alkoven- oder integrierten Aufbauten ist die Kabelverlegung aufwendig. Hier sind Funksysteme beliebt. Wer ein möglichst störungsfreies Bild will, entscheidet sich trotzdem oft für Kabel, vor allem wenn die Kamera auch während der Fahrt dauerhaft laufen soll.
Vor dem Kauf sollten Sie klären, ob Ihr Radio oder Navigationsgerät einen Kameraeingang hat und welches Signal es erwartet. Außerdem braucht die Kamera eine Stromversorgung, meist über das Rückfahrlicht oder eine Dauerspannung im Heck.
Störungen: warum die Rückfahrkamera kein Signal hat
Zeigt der Monitor kein Bild, lassen sich die häufigsten Ursachen eingrenzen, ohne selbst an der Verkabelung zu arbeiten:
- Ist der Monitor eingeschaltet und auf den richtigen Eingang gestellt?
- Ist die Sicherung für Kamera oder Monitor in Ordnung? Die Lage steht in der Anleitung.
- Bekommt die Kamera Strom? Bei Anschluss am Rückfahrlicht nur mit eingelegtem Rückwärtsgang.
- Ist die Linse verschmutzt, beschlagen oder zugefroren?
- Bei Funkkameras: Sind Sender und Empfänger gekoppelt, und gibt es Störquellen wie andere Funkgeräte in der Nähe?
Flackert das Bild oder fällt es nur zeitweise aus, liegt die Ursache bei Kabelsystemen oft an einem Steckverbinder, der sich durch Vibrationen gelöst hat oder korrodiert ist. Solche Fehler findet eine Fachwerkstatt am schnellsten.
Ausrichten mit Auffahrkeilen und Libelle
Ein waagerecht stehendes Wohnmobil ist nicht nur bequemer zum Schlafen. Auch Abflüsse laufen besser ab, und manche Absorberkühlschränke arbeiten nur zuverlässig, wenn das Fahrzeug annähernd gerade steht. Die zulässige Schräglage steht in der Anleitung des Kühlschranks.
- Stellplatz wählen, der möglichst eben ist
- Mit einer Libelle oder Wasserwaage im Innenraum prüfen, in welche Richtung das Fahrzeug geneigt ist
- Auffahrkeile vor die Räder der tieferen Seite legen
- Langsam und mit Einweiser auffahren, bis die Libelle waagerecht anzeigt
- Handbremse anziehen, Gang einlegen und bei Bedarf Unterlegkeile gegen Wegrollen verwenden
Es gibt auch Apps und Sensoren, die die Neigung anzeigen und die nötige Keilhöhe berechnen. Eine einfache Libelle am Fahrzeugboden erfüllt denselben Zweck. Achten Sie bei den Keilen auf die zulässige Achslast. Wie Sie einen geeigneten Platz finden, lesen Sie im Ratgeber Stellplatz oder Campingplatz.
Auf weichem Boden wie Rasen oder Kies können Keile und Stützen einsinken. Unterlegplatten verteilen die Last auf eine größere Fläche. Ist der Boden nass, können die Antriebsräder auf dem Keil durchdrehen. Fahren Sie dann besonders langsam auf, verwenden Sie Keile mit rutschfester Oberfläche und verzichten Sie im Zweifel auf die letzte Stufe. Ein nicht ganz waagerechtes Fahrzeug ist besser als ein Keil, der unter dem Rad wegschießt.
Hubstützen: elektrisch oder hydraulisch?
Hubstützen werden am Rahmen montiert und nach dem Einparken ausgefahren. Sie verhindern, dass das Fahrzeug beim Gehen im Innenraum schaukelt. Kurbelstützen werden von Hand heruntergedreht und sind leicht und günstig.
- Elektrische Hubstützen fahren per Knopfdruck aus und stabilisieren das Fahrzeug bequem.
- Hydraulische Systeme können je nach Ausführung das Fahrzeug zusätzlich automatisch nivellieren, sind aber schwerer und aufwendiger im Einbau.
- Beide Varianten wiegen einiges und zählen zur Zuladung.
Ob Ihre Stützen nur stabilisieren oder das Fahrzeug auch anheben und ausrichten dürfen, legt die Bedienungsanleitung fest. Heben Sie die Räder nicht vom Boden ab, wenn der Hersteller das nicht ausdrücklich vorsieht.
Reifendruck nach Herstellerangabe
Wohnmobile fahren oft nahe an der zulässigen Gesamtmasse. Der richtige Reifendruck ist deshalb für Fahrsicherheit und Reifenlebensdauer besonders wichtig. Maßgeblich ist die Reifendrucktabelle des Fahrzeugherstellers, die meist in der Bedienungsanleitung, im Tankdeckel oder an der Fahrertür steht. Bei Reifen, die nicht zur Erstausrüstung gehören, gibt der Reifenhersteller Auskunft.
Prüfen Sie den Druck regelmäßig bei kalten Reifen und vor längeren Fahrten. Auch auf Auffahrkeilen und bei längeren Standzeiten sollten die Reifen den richtigen Druck haben. Mehr zur Zuladung finden Sie in der Checkliste zur Erstausstattung.
Als nächsten Schritt legen Sie sich eine kurze Abfahrtroutine zurecht: Stützen eingefahren, Keile verstaut, Kamera frei, Reifendruck geprüft. Passendes Zubehör und Fachwerkstätten für den Einbau finden Sie unter Wo kaufen.
Häufige Fragen
Rückfahrkamera nachrüsten: kabellos oder mit Kabel?
Kabelgebundene Kameras liefern in der Regel ein stabileres Bild, sind aber aufwendiger einzubauen. Funkkameras lassen sich einfacher nachrüsten, können aber durch andere Funkquellen oder die Karosserie gestört werden. Wer die Kamera auch während der Fahrt nutzt, wählt oft Kabel.
Warum hat meine Rückfahrkamera kein Signal?
Häufige Ursachen sind ein falscher Monitoreingang, eine ausgelöste Sicherung, fehlende Stromversorgung oder bei Funksystemen eine verlorene Kopplung. Auch eine verschmutzte oder beschlagene Linse kommt vor. Bei zeitweisen Aussetzern ist oft ein Steckverbinder die Ursache; das prüft die Fachwerkstatt.
Wie richte ich das Wohnmobil waagerecht aus?
Prüfen Sie mit einer Libelle oder Wasserwaage, wohin das Fahrzeug geneigt ist, und legen Sie Auffahrkeile vor die Räder der tieferen Seite. Fahren Sie langsam und mit Einweiser auf, bis die Libelle waagerecht zeigt. Danach Handbremse anziehen und gegen Wegrollen sichern.
Hubstützen: elektrisch oder hydraulisch?
Elektrische Stützen stabilisieren bequem per Knopfdruck. Hydraulische Systeme können je nach Ausführung zusätzlich nivellieren, sind aber schwerer und teurer im Einbau. Beide zählen zur Zuladung und gehören in die Hände einer Fachwerkstatt.
Welcher Reifendruck ist beim Wohnmobil richtig?
Maßgeblich ist die Reifendrucktabelle des Fahrzeugherstellers, abhängig von Reifengröße und Beladung. Sie steht meist in der Bedienungsanleitung, im Tankdeckel oder an der Fahrertür. Prüfen Sie den Druck bei kalten Reifen.
Passende Ausrüstung
Rückfahrkamera für Wohnmobile
Prüfen Sie, ob die Kamera zu Ihrem Monitor oder Radio passt, ob sie kabelgebunden oder per Funk überträgt und ob der Blickwinkel zur Fahrzeuglänge passt.
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Achten Sie auf die zulässige Achslast je Keil und eine rutschfeste Unterseite, damit der Keil beim Auffahren nicht wegrutscht.
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Eine kurze Wasserwaage oder Dosenlibelle, die sich innen am Boden oder am Kühlschrank ablesen lässt, reicht für das Ausrichten meist aus.
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