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Unterwegs

Stützlast und Beladung beim Wohnwagen

Von Tibor Marton, aktualisiert am

Die Stützlast ist die Kraft, mit der die Deichsel des Wohnwagens von oben auf die Anhängerkupplung drückt. Sie sollte so hoch wie erlaubt, aber nie höher sein – denn eine zu niedrige Stützlast macht das Gespann unruhig, eine zu hohe überlastet Kupplung und Hinterachse des Zugfahrzeugs.

Dieser Ratgeber erklärt die Begriffe, zeigt, wo die Werte stehen, und beschreibt, wie Sie die Stützlast messen und über die Beladung einstellen. Er ist eine sachliche Übersicht und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Werte in Ihren Fahrzeugpapieren, auf den Typschildern und in den Anleitungen der Hersteller.

Anhängelast, Stützlast, Achslast

Beim Gespann wirken mehrere Grenzen gleichzeitig. Jede muss für sich eingehalten werden:

  • Anhängelast: das Gewicht, das Ihr Zugfahrzeug ziehen darf, getrennt nach gebremsten und ungebremsten Anhängern
  • Stützlast: die senkrechte Last auf dem Kupplungskopf, begrenzt durch Zugfahrzeug und Anhängerkupplung
  • Zulässige Gesamtmasse des Wohnwagens: das Höchstgewicht des beladenen Wohnwagens
  • Achslasten: die zulässige Last je Achse, beim Zugfahrzeug vor allem an der Hinterachse wichtig

Die Stützlast ist ein Teil des Wohnwagengewichts, wird aber vom Zugfahrzeug getragen. Sie belastet dessen Hinterachse und geht von der Zuladung des Zugfahrzeugs ab. Wenn das Auto voll besetzt und beladen ist, bleibt deshalb manchmal weniger Spielraum für die Stützlast, als man denkt.

Wo die Werte stehen

Die meisten Angaben finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I des jeweiligen Fahrzeugs:

  • Zugfahrzeug: Feld O.1 (Anhängelast gebremst), Feld O.2 (Anhängelast ungebremst), Feld 13 (Stützlast), die Felder für Gesamtmasse und Achslasten
  • Wohnwagen: Feld F.1 bzw. F.2 (zulässige Gesamtmasse), Feld G (Masse in fahrbereitem Zustand) und die Achslastfelder
  • Anhängerkupplung: Typschild an der Kupplung mit der zulässigen Stützlast
  • Zugkugelkupplung oder Antischlingerkupplung am Wohnwagen: Angaben in der Anleitung oder auf dem Bauteil

In älteren Fahrzeugpapieren fehlt die Stützlast manchmal; dann steht sie auf einem Schild am Fahrzeug oder in der Betriebsanleitung. Entscheidend ist immer der niedrigste Wert aus Zugfahrzeug, Anhängerkupplung und Wohnwagen-Kupplung.

Wie hoch die Stützlast sein muss

Für Anhänger bis 3,5 t schreibt § 44 Abs. 3 StVZO eine Mindeststützlast vor: nicht weniger als 4 Prozent des tatsächlichen Gesamtgewichts des Anhängers, wobei nicht mehr als 25 kg verlangt werden. Bei einem beladenen Wohnwagen sind das in der Praxis fast immer 25 kg.

Dieser gesetzliche Mindestwert ist für ein stabiles Gespann aber zu niedrig. Der ADAC empfiehlt, die zulässige Stützlast möglichst auszunutzen, ohne den niedrigsten erlaubten Wert zu überschreiten. Eine höhere Stützlast dämpft das Pendeln des Wohnwagens.

Stützlast messen

Am genauesten messen Sie mit einer Stützlastwaage, die unter den Kupplungskopf gestellt wird. Manche Stützräder haben eine eingebaute Anzeige. Wichtig ist, dass Sie unter reisefertigen Bedingungen messen.

  1. Wohnwagen vollständig beladen, wie Sie losfahren wollen
  2. Auf ebenem Boden abstellen, Handbremse anziehen und Räder sichern
  3. Deichsel über das Stützrad auf die Höhe der Anhängerkupplung bringen
  4. Stützlastwaage senkrecht unter den Kupplungskopf setzen und das Stützrad hochkurbeln, bis die Deichsel nur noch auf der Waage ruht
  5. Wert ablesen und mit dem niedrigsten zulässigen Wert vergleichen

Messen Sie erneut, wenn Sie umladen oder zusätzliche Ausrüstung wie einen Fahrradträger auf der Deichsel montieren.

Richtig beladen

Die Stützlast stellen Sie über die Beladung ein. Grundregel: schwer, tief und nah an der Achse.

  • Schwere Dinge wie Getränke, Vorzelt oder Gasflaschen tief über oder kurz vor der Achse lagern
  • Leichte Dinge wie Kleidung und Bettzeug in die Oberschränke
  • Keine schweren Lasten ins Heck – das entlastet die Deichsel und verstärkt das Pendeln
  • Stützlast zu hoch: Last von vorn in Richtung Achse verlagern, statt sie ins Heck zu packen
  • Stützlast zu niedrig: etwas Gewicht von hinten nach vorn vor die Achse legen

Auch das Zugfahrzeug gehört dazu: Schweres Gepäck im Kofferraum belastet dieselbe Hinterachse, die die Stützlast trägt. Prüfen Sie im Zweifel beide Fahrzeuge auf einer Waage. Ein Fahrradträger auf der Deichsel erhöht die Stützlast deutlich; mehr dazu im Ratgeber Fahrradträger am Wohnmobil und Wohnwagen.

Führerscheinklassen im Überblick

Welche Fahrerlaubnis Sie brauchen, hängt laut ADAC von den zulässigen Gesamtmassen ab, nicht vom tatsächlichen Gewicht:

  • Klasse B: Zugfahrzeug bis 3.500 kg mit Anhänger bis 750 kg; schwerere Anhänger nur, wenn die zulässigen Gesamtmassen von Zugfahrzeug und Anhänger zusammen 3.500 kg nicht überschreiten
  • Klasse B mit Schlüsselzahl 96: Kombination aus Zugfahrzeug und Anhänger bis 4.250 kg; nötig ist eine Schulung in der Fahrschule mit Theorie und Praxis, aber keine Prüfung
  • Klasse BE: Anhänger bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse

Für ältere Führerscheine können andere Regeln gelten. Verbindliche Auskunft gibt die Fahrerlaubnisbehörde oder eine Fahrschule.

Tempo 100: Voraussetzungen

Grundsätzlich gilt für Pkw mit Anhänger außerorts und auf Autobahnen 80 km/h (§ 3 Abs. 3 und § 18 Abs. 5 StVO). Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen dürfen Gespanne 100 km/h fahren, wenn sie nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO dafür zugelassen sind. Laut PiNCAMP by ADAC gehören dazu unter anderem:

  • ein Zugfahrzeug mit höchstens 3,5 t zulässiger Gesamtmasse
  • Reifen am Wohnwagen, die zum Zeitpunkt der Fahrt laut DOT-Nummer jünger als sechs Jahre sind und mindestens den Geschwindigkeitsindex L (120 km/h) haben
  • bestimmte Massenverhältnisse zwischen Wohnwagen und Leergewicht des Zugfahrzeugs, abhängig von der Ausstattung des Wohnwagens
  • eine Stabilisierungseinrichtung, etwa eine Antischlingerkupplung, oder ein Zugfahrzeug mit entsprechendem Stabilitätssystem
  • die Eintragung in den Fahrzeugpapieren und die 100-km/h-Plakette am Heck des Wohnwagens

Sind die Reifen älter als sechs Jahre, erlischt die Zulassung nicht, Sie dürfen aber nur 80 km/h fahren. Die genauen Faktoren lassen Sie am besten von einer Prüfstelle oder Ihrem Händler für Ihr Gespann prüfen.

Vor der nächsten Fahrt

Schreiben Sie die zulässigen Stützlasten von Zugfahrzeug, Anhängerkupplung und Wohnwagen-Kupplung auf, nehmen Sie den niedrigsten Wert als Obergrenze und messen Sie vor der nächsten Abfahrt mit reisefertigem Wohnwagen nach. Welches weitere Zubehör Sie für Anhängen und Fahren brauchen, zeigt der Ratgeber Zubehör für Wohnwagen-Einsteiger. Wer zusätzlich einen Rangierantrieb plant, findet im Ratgeber Mover für den Wohnwagen die Auswirkungen auf das Gewicht. Passende Fachhändler finden Sie unter Wo kaufen.

Häufige Fragen

Welche Stützlast ist richtig?

Gesetzlich verlangt § 44 Abs. 3 StVZO mindestens 4 Prozent des tatsächlichen Anhängergewichts, jedoch nicht mehr als 25 kg. Der ADAC empfiehlt, die zulässige Stützlast möglichst auszunutzen. Obergrenze ist immer der niedrigste Wert aus Zugfahrzeug, Anhängerkupplung und Wohnwagen-Kupplung.

Wo steht die zulässige Stützlast?

Beim Zugfahrzeug in Feld 13 der Zulassungsbescheinigung Teil I, bei älteren Papieren auf einem Schild am Fahrzeug oder in der Betriebsanleitung. Die Anhängerkupplung hat ein eigenes Typschild, und auch die Kupplung am Wohnwagen kann einen Grenzwert haben.

Zählt die Stützlast zum Gewicht des Wohnwagens?

Ja, die Stützlast ist ein Teil des Wohnwagengewichts. Getragen wird sie aber vom Zugfahrzeug: Sie belastet dessen Hinterachse und muss in dessen Zuladung Platz haben.

Was tun, wenn die Stützlast zu hoch ist?

Verlagern Sie schwere Gegenstände aus dem vorderen Bereich in Richtung Achse, nicht ins Heck. Messen Sie danach erneut. Bleibt der Wert zu hoch, müssen Sie Ladung reduzieren, zum Beispiel einen Deichsel-Fahrradträger entlasten.

Wie schwer darf ein Wohnwagen mit Führerschein Klasse B sein?

Mit Klasse B dürfen die zulässigen Gesamtmassen von Zugfahrzeug und Anhänger zusammen 3.500 kg nicht überschreiten, sofern der Anhänger mehr als 750 kg wiegen darf. Mit der Schlüsselzahl 96 sind laut ADAC bis zu 4.250 kg möglich, mit Klasse BE Anhänger bis 3.500 kg.

Wann darf ich mit dem Gespann 100 km/h fahren?

Nur auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen, und nur wenn das Gespann nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO zugelassen ist. Dazu gehören unter anderem die Eintragung, die Plakette am Wohnwagen und Reifen, die jünger als sechs Jahre sind.

Passende Ausrüstung

  • Stützlastwaage

    Die Waage sollte den Bereich der zulässigen Stützlast Ihres Zugfahrzeugs und Ihrer Anhängerkupplung abdecken.

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  • Caravanspiegel zum Aufstecken

    Achten Sie auf eine feste Klemmung am Außenspiegel Ihres Zugfahrzeugs und auf eine Ausführung mit gültiger Zulassung.

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